
Auch für Schülerinnen und Schüler ist das Thema KI nicht mehr fremd und als Lehrkräfte stehen wir vor der Herausforderung, den jungen Menschen einen sinnvollen Umgang damit beizubringen. Im Schulalltag haben wir nun vermehrt Aufsätze vor uns liegen, die eindeutig mit ChatGPT und Co. generiert wurden. Das ist ein typisches Beispiel, wie Schülerinnen und Schüler KI nicht verwenden sollten. Verbannen müssen wir sie trotzdem nicht! Hier schauen wir uns an, wie künstliche Intelligenz bei den Hausaufgaben helfen kann.
Welche Möglichkeiten bietet KI Schülerinnen und Schülern bei den Hausaufgaben?
Wenn wir ehrlich sind, ist künstliche Intelligenz nicht nur für Schülerinnen und Schüler, sondern auch für uns Lehrkräfte praktisch. Junge Menschen nutzen diese digitalen Werkzeuge ohnehin wie selbstverständlich, umso wichtiger ist es, auf den sinnvollen Einsatz zu achten.
Ein klassisches Beispiel sind komplexe Unterrichtsthemen in den naturwissenschaftlichen Fächern oder im Bereich Mathematik. Wenn unsere Schülerinnen und Schüler hier feststecken, kann eine KI geduldig und ohne Druck zusätzliche Erklärungen liefern und sogar Testaufgaben erstellen. Wenn die Inhalte aus verschiedenen Perspektiven angezeigt und erklärt werden, wird das Thema oft besser verstanden.
Selbst bei einem Aufsatz oder bei Textstrukturen bietet sich die Verwendung von KI an. Wenn unsere Schülerinnen und Schüler einen Aufsatz schreiben sollen, fällt ihnen der Einstieg oft schwer. Die Gedanken und Ideen sind da, aber der Anfang gelingt nicht.
KI-Tools können Vorschläge für Gliederungen erstellen und dabei helfen, aus Gedanken eine Struktur zu machen. Wichtig bleibt aber, dass die Inhalte dann von Hand verfasst werden. KI soll ein Helfer sein, aber kein Ersatz für das eigene Denken.
Wo sind die Grenzen zwischen sinnvoller und unsinniger Nutzung?
Die Grenze wird dort überschritten, wo Schülerinnen und Schüler Aufgaben vollständig von einer KI erledigen lassen. Gerade bei den Hausaufgaben haben wir es immer wieder mit Texten zu tun, die offensichtlich nicht aus der Feder der Schülerinnen und Schüler stammen. Auf den ersten Blick zeigen die Arbeiten zwar ein solides Ergebnis, sie erfüllen aber nicht den Zweck der Aufgabe.
Hausaufgaben sollen dazu dienen, das in der Schule erlernte Wissen zu festigen und die eigenen Fähigkeiten zu kontrollieren.
An unserer Schule gestatten wir dem Nachwuchs die Nutzung von KI bei den Hausaufgaben, wenn sie als Unterstützung und nicht als alleinige Lösung gesehen wird.
Welche Risiken birgt die Verwendung von KI bei den Hausaufgaben?
Nicht nur die Eigenleistung ist ein Risikofaktor, sondern auch die Informationsqualität. KI kann hochwertige Unterstützung liefern, neigt aber zum Halluzinieren. Nicht jede Information ist korrekt und das müssen Schülerinnen und Schüler bei der Nutzung bedenken. Gerade für jüngere Menschen ist es schwer einzuschätzen, ob eine beeindruckend formulierte Antwort tatsächlich korrekt ist. Wenn sie die Informationen ungeprüft übernehmen, schleichen sich Fehler ein und falsche Inhalte werden gelernt.
Ein weiteres Problem ist die Verkürzung des Lernprozesses. Damit Dinge dauerhaft gespeichert werden, müssen sie wiederholt werden. Wenn die KI jede Matheaufgabe sofort löst, fehlt den Schülerinnen und Schülern die Phase des Nachdenkens, obwohl es sie braucht. Wir geben in unseren Klassen daher an, welchen Zeitraum wir für einzelne Aufgaben vorsehen.
So bringen wir jungen Menschen den sinnvollen Umgang mit KI bei
Anstatt KI zu verbieten, setzen wir auf Aufklärungen. Wir bringen unseren Schülerinnen und Schülern bei, Tools wie ChatGPT verantwortungsvoll zu verwenden. Dazu gehört es, über die Grenzen und Möglichkeiten zu sprechen und konkrete Regeln zu entwickeln.
Wenn wir realistisch sind ist klar, dass die meisten Jugendlichen ohnehin bereits Zugang zu ChatGPT und Co. haben. Es würde nichts helfen, an der Schule ein pauschales Verbot zu verhängen. Deswegen bauen wir KI in Lernprozesse ein und geben unseren Schülerinnen und Schülern Tipps, wie sie sich mit der Technologie selbst unterstützen können. Das funktioniert erstaunlich gut, obwohl es immer wieder Ausnahmen gibt und geben wird.