
Als Lehrer hat man es auch heutzutage nicht leicht, denn die ständige digitale Verfügbarkeit und der technologische Wandel sind vor allem für erfahrene Lehrkräfte der alten Schule eine schwere Last. Man könnte meinen, dass die Digitalisierung die Unterrichtsgestaltung vereinfachen würde, jedoch ist eher das Gegenteil der Fall. Früher war alles viel entspannter, denn Lehrer mussten nicht 24/7 per E-Mail erreichbar bleiben und neben der Planung des Unterrichts ohne jegliche Unterstützung auch noch ständig neue Tools ins Unterrichtsgeschehen implementieren.
Der Technik-Stress in Kombination mit einer kontinuierlichen Informationsflut kann Lehrkräfte verständlicherweise in den Wahnsinn treiben. Immerhin begeistert sich nicht jeder für Apps, KI und Computer im Allgemeinen. Dennoch müssen unsere wertgeschätzten Mentoren mitziehen und sich an den Zeitgeist anpassen. Es geht leider nicht anders, denn der Fortschritt lässt sich nun einmal nicht aufhalten.
In diesem Artikel werden verschiedene Lösungsansätze aufgeführt und brauchbare Tools vorgeschlagen, die Lehrern dabei helfen sollen, sich von ihren veralteten und zeitintensiven Programmen zu verabschieden. Auf diese Weise kann viel Zeit gespart und der digitale Burnout hoffentlich vermieden werden. In dieser reizüberfluteten Zeit, in der wir leben, können sich Lehrer somit wieder auf das Wesentliche fokussieren: die nächste Generation zu formen.
Strategien und Tools zur Reduzierung der Vorbereitungszeit auf den Unterricht
Ob man nun ein Nachhilfelehrer, Lehrer oder Professor ist: Wer schon einmal unterrichtet hat, weiß sehr gut, dass die Vorbereitung auf den Unterricht fast immer mehrere Stunden verschlingen kann. Damit die Vorbereitungszeit spürbar reduziert wird, müssen nur die richtigen Hebel betätigt werden. Ein einzelnes Tool reicht hier nicht aus, denn es geht um eine Kombination aus Ordnung, dem richtigen Werkzeug und Teamwork.
Eine zentrale Wissensdatenbank nutzen
Die Programme Notion und OneNote sollten aufgeweckte Lehrer bereits gut kennen. Anstatt in ihren Ordnern herumzukramen, schaffen unsere lieben Lernbegleiter mit diesen beiden Tools Ordnung in ihrer Unterrichtsvorbereitung. Die Apps sind nicht schwer zu bedienen und verknüpfen direkt alle Unterrichtseinheiten, To-do-Listen und Jahrespläne an einem Ort.
Diese Module müssen dann nur noch jährlich ein wenig angepasst werden. Vor allem OneNote ist Gold wert, denn dieses digitale Kursnotizbuch ist für die Integration in MS Teams bestens geeignet. Lehrkräfte können somit mit nur einem Klick alle vorbereiteten Inhalte an ihre Schüler verteilen.
Materialien zeitsparend erstellen mithilfe von KI
Plattformen wie Fobizz oder SchulKI bieten smarten Lehrern DSGVO-konforme KI-Assistenten, die binnen Sekunden Stundenentwürfe, Lückentexte oder differenzierte Aufgabenstellungen erstellen.
Canva Education hilft Lehrenden mit vorgefertigten Vorlagen für Arbeitsblätter und Präsentationen eine Menge Zeit zu sparen, denn das mühsame Formatieren in Word und PowerPoint fällt hier komplett weg.
Ein guter Editor für Arbeitsblätter, der Grafiken und Bausteine (wie Lineaturen) direkt mitliefert, ist Tutory.Im Gegensatz zu klassischen Textverarbeitungsprogrammen wie Word, setzt Tutory auf ein Baukastensystem, bei dem vordefinierte Bausteine per Drag-and-Drop auf das Blatt gezogen werden. Einfacher und schneller geht es nicht.
Korrekturen automatisieren: Zeitersparnis durch digitales Feedback
Damit das Korrigieren nicht ewig dauert, nutzen einige Lehrer Google Forms und/oder Microsoft Forms. Die Anwendungen ermöglichen die Erstellung digitaler Fragebögen und Tests, welche die Eingaben der Schüler in Echtzeit erfassen und vollautomatisch auswerten. Lehrkräfte erhalten dadurch eine sofortige grafische Analyse der Wissenslücken in der jeweiligen Klasse, wodurch zeitaufwendige Korrekturen entfallen und der Unterricht gezielter angepasst werden kann.
Hinweis: Google und Microsoft Forms dürfen nur dann genutzt werden, wenn die Schule eine entsprechende Lizenz (Workspace/M365) besitzt.
Mit Plickers lässt sich der Wissensstand einer Klasse in Sekundenschnelle abfragen, ohne dass die Schüler selbst Smartphones benutzen müssen. Die Lernenden halten dafür spezielle Papierkarten mit individuellen Codes hoch, welche der Lehrer mit der eigenen Smartphone-Kamera scannt, um die Ergebnisse sofort digital auszuwerten und zu visualisieren.
Teilen, statt alleine kämpfen: Dank smarter Kollaboration Zeit sparen
Es macht durchaus Sinn, sich einige Tauschbörsen für Lehrer anzuschauen, wie etwa Eduki. Hier kann Unterrichtsstoff günstig eingekauft werden. Wer bereit ist, zwei Euro in gute Materialien zu investieren, kann auf diese Weise mehrere Stunden Arbeit meiden.
Viele Schulen nutzen Nextcloud oder IServ, um einen gemeinsamen Materialpool aufzubauen, der dann von allen Lehrern genutzt werden kann. Auf diese Weise zieht das Kollegium der ganzen Schule an einem Strang und alle sparen viel Zeit. Eine wunderbare Sache.
Fazit
In diesen turbulenten Zeiten lohnt es sich für Lehrer eher „Not-to-Do-Listen“ zu führen, als sich komplett zu verausgaben. Zeitfresser und unnötige Perfektion sind bei der Materialerstellung absolut unnötig. Lehrer von heute müssen über den Tellerrand hinausschauen, um effizient voranzukommen.
Ganz nach dem Motto: Wer seinen Feind nicht besiegen kann, sollte ihn zum Freund machen. Die Digitalisierung ist nämlich nicht immer schlecht und kann sogar beim Zeitsparen helfen. Man muss nur die richtigen Tools nutzen und vor allem das richtige Mindset haben. Sprich: Man kann es sich kompliziert machen und weiterhin mit veralteten und zeitfressenden Technologien arbeiten oder aber intelligente, moderne Tools nutzen.
Zwar erfordert jedes neue Werkzeug anfangs ein wenig Einarbeitung, doch diese Zeitinvestition verwandelt sich bereits nach wenigen Wochen in eine enorme Zeitersparnis im Alltag. Weiterhin ist es ungemein wichtig, dass die Unterrichtsstunden in festen, ungestörten Blöcken geplant werden und nicht etwa in kurzen Pausen mal so eben zwischendurch. Lehrkräfte sollten, wann immer es möglich ist, auch mal „Nein“ zu dem ganzen Technik-Kram sagen und Grenzen setzen, was die digitale Kommunikation angeht.